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Suchintention vs. Keyword

Du hast ein neues Angebot am Start. Für deine Landingpage hast du ein Keyword gefunden, das perfekt dazu passt: Das Suchvolumen stimmt, die Konkurrenz sieht machbar aus und vielleicht rankt deine Seite dafür sogar schon ziemlich gut. Eigentlich müssten jetzt genau die richtigen Menschen auf deiner Website landen. Eigentlich. Denn ein passendes Keyword bedeutet noch lange nicht, dass die Menschen dahinter auch das suchen, was du ihnen auf dieser Seite anbietest.

Was hast du übersehen? Unterschiedliche Personen können dasselbe Thema googeln und dabei an völlig unterschiedlichen Punkten stehen: Die eine möchte erst verstehen, wo ihr Problem überhaupt liegt. Die andere vergleicht bereits Lösungen. Und eine dritte ist bereit, konkrete Unterstützung zu buchen.

Die Suchintention. Sie entscheidet nicht nur darüber, was du zu einem Keyword schreiben solltest, sondern auch darüber, welche Seite für diese Suche überhaupt die richtige Antwort ist. Spoiler: Meist ist es eben nicht die Angebotsseite. Und dafür lohnt es sich, die übliche Keyword-Recherche einmal umzudrehen: nicht beim Suchbegriff anfangen, sondern bei dem Menschen, den du mit deiner Website erreichen möchtest.

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Der übliche Weg sieht bei vielen so aus: Keyword-Tool öffnen, Suchvolumen ansehen, Intention zuordnen, Artikel schreiben. Der Haken daran: Man startet beim Anbieter, nicht beim Menschen.

Bevor du also nach Keywords suchst, vergiss sie für einen Moment vollständig. Stell dir stattdessen deinen Wunschkunden vor und geh seine mögliche Reise Schritt für Schritt durch. Was beschäftigt ihn, bevor er überhaupt weiß, dass dein Angebot eine Lösung sein könnte? Welche Probleme nimmt er wahr? Welche Sorgen hat er? Was hält ihn nachts gedanklich fest? Welche Fragen stellt er sich? Was hat er vielleicht schon versucht? Und was verändert sich, bis aus einem diffusen Problem der Wunsch nach konkreter Unterstützung wird?

Erst danach lohnt sich die Frage, wie dieser Mensch das, was ihn gerade beschäftigt, bei Google formulieren würde. Als Denkprozess sieht das ungefähr so aus:

Das Keyword taucht hier erst an sechster Stelle auf. Genau umgekehrt zur meist üblichen Vorgehensweise. Je besser du deine Zielgruppe kennst, desto gezielter kannst du deine Inhalte auf sie ausrichten. Ein oder mehrere Kundenavatare können dir dabei helfen, dich leichter in ihre Situation hineinzuversetzen.

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Zu fast jedem Thema findest du bei Google massenhaft verwandte Fragen – und Keyword-Tools liefern dazu weitere Suchbegriffe samt geschätztem Suchvolumen. Zu einem Karrierecoach zum Beispiel: „Was ist Coaching?“, „Wie viel verdient ein Coach?“, „Wie wird man Coach?“, „Ist Coach ein geschützter Begriff?“, „Welche Coaching-Ausbildungen gibt es?“

Das sind alles echte Fragen rund um das Thema. Nur helfen sie dir dabei, dich von deiner Konkurrenz abzuheben und die tatsächlichen Informationsbedürfnisse deiner potenziellen Kunden zu treffen?

Möglicherweise sind sie für dein Ziel komplett wertlos. Denn ein Interessent sucht vermutlich eher:

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Suchintentionen werden meist in vier Kategorien eingeteilt. Übersetzt bedeuten sie ungefähr das hier:

Ein einfacher Realitätscheck hilft dabei: Google dein Keyword und schau dir an, welche Art von Seiten dort tatsächlich oben stehen. Nicht als magische SEO-Regel, sondern als Hinweis darauf, wie Google die Suchanfrage aktuell interpretiert – nachdem du bereits verstanden hast, welche Menschen du überhaupt erreichen willst. Die Suchergebnisse sollten deine Zielgruppe nicht erfinden, sie sollten sie nur bestätigen oder infrage stellen.

Welche Fragen stellt dein potenzieller Kunde tatsächlich auf dem Weg von seinem Problem bis zu der Entscheidung, sich Unterstützung zu holen? Vielleicht ergeben sich daraus fünf wirklich wichtige Themen – zu jedem davon findest du zehn, zwanzig oder noch mehr verwandte Keywords und Suchanfragen.

Solltest du daraus jetzt fünfzig einzelne Artikel machen? Nein, im Gegenteil: Eng verwandte Fragen, Probleme und Suchintentionen lassen sich häufig sinnvoll in einem fundierten Beitrag zusammenführen. Ein guter Artikel beantwortet nicht nur die ursprüngliche Frage, sondern stellt Zusammenhänge her, vertieft einzelne Aspekte und kann dem Leser sogar einen Blickwinkel zeigen, nach dem er ursprünglich gar nicht gesucht hat.

Jemand kommt zum Beispiel mit „Warum bin ich in meinem Job unglücklich?” und bekommt natürlich eine Antwort darauf. Aber ein guter Artikel kann ihn zusätzlich zu der Frage bringen: „Moment – vielleicht ist gar nicht mein Job das eigentliche Problem, sondern dass sich meine Prioritäten verändert haben.” Danach hat er nicht gesucht. Trotzdem kann genau das der wertvollste Teil des Artikels für ihn sein. Suchintention bedeutet, zu verstehen, weshalb jemand kommt – nicht, ihm ausschließlich exakt das zurückzugeben, was er bereits in den Suchschlitz getippt hat. Du musst seine Intention erfüllen. Du darfst seinen Horizont danach trotzdem erweitern.

Entscheidend ist deshalb nicht, wie viele Keywords du mit einzelnen Seiten „abdeckst”. Entscheidend ist, ob deine Inhalte die tatsächlichen Informationsbedürfnisse deiner Leser sinnvoll aufgreifen. Eine Suchintention ist kein Bauplan für eine einzelne Seite – und ein Keyword erst recht nicht. Ein fundierter, klar fokussierter Artikel kann dadurch für eine ganze Bandbreite eng verwandter Suchanfragen relevant werden, ohne dass du für jede einzelne davon eine eigene Seite erstellen musst.

Hinzu kommt ein weiteres Risiko: Wenn du für jede kleine Keyword-Variation einen eigenen Artikel erstellst, können mehrere deiner Seiten am Ende für dieselben oder sehr ähnliche Suchanfragen relevant sein. Sie konkurrieren dann möglicherweise miteinander, statt jeweils eine klar erkennbare Aufgabe zu erfüllen – häufig wird das als Keyword-Kannibalisierung bezeichnet.

Das bedeutet nicht, dass zwei Seiten niemals für ähnliche Keywords ranken dürfen. Entscheidend ist, ob sie unterschiedliche Suchintentionen oder Informationsbedürfnisse sinnvoll bedienen. Ein Artikel über „Warum bin ich in meinem Job unglücklich?“ und eine Angebotsseite für „Karrierecoaching bei beruflicher Unzufriedenheit“ können sich thematisch stark überschneiden und trotzdem völlig unterschiedliche Aufgaben haben.

Drei nahezu identische Artikel zu „Job unglücklich“, „unzufrieden im Job“ und „Arbeit macht mich unglücklich“ brauchen dagegen einen sehr guten Grund, warum sie getrennte Seiten sein sollten. Denn hier droht nicht nur eine Überschneidung bei den Keywords und Suchintentionen. Wenn sich auch die Inhalte kaum voneinander unterscheiden, produzierst du mehrere Seiten mit nahezu demselben Inhalt – und näherst dich damit dem nächsten Problem: Duplicate Content.

Keyword-Kannibalisierung und Duplicate Content sind also nicht dasselbe. Von Keyword-Kannibalisierung spricht man, wenn mehrere Seiten derselben Website für dieselben oder sehr ähnliche Suchanfragen miteinander konkurrieren und dadurch unklar wird, welche Seite dafür die eigentlich relevante ist. Bei Duplicate Content sind die Inhalte verschiedener Seiten identisch oder sehr ähnlich. Wenn du für jede kleine Keyword-Variation einen eigenen Artikel erstellst, können im ungünstigsten Fall beide Probleme gleichzeitig entstehen.

Bevor du für eine weitere Keyword-Variation also eine neue Seite anlegst, frag dich deshalb nicht nur: „Kann ich dafür ranken?“, sondern auch: „Braucht mein potenzieller Kunde dafür wirklich einen eigenen Inhalt – oder gehört diese Frage sinnvoll in einen bereits vorhandenen Artikel?“

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