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Zielgruppen für Websites

„Kenne deine Zielgruppe” gehört zu den Ratschlägen, die jeder nickend zustimmt und die trotzdem selten zu etwas Konkretem führen. Ein Kundenavatar wird erstellt, in einer Schublade abgelegt – und an der Website selbst ändert sich wenig. Das eigentlich Interessante beginnt nämlich erst danach.

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Eine Zielgruppe beschreibt die Gesamtheit der Menschen, die dein Angebot grundsätzlich ansprechen soll – meist abgegrenzt über gemeinsame Merkmale wie Branche, Rolle, Lebensphase, Bedürfnisse oder Problemstellungen. Sie beantwortet die Frage: Wer soll mein Angebot überhaupt in Betracht ziehen?

Ein Kundenavatar (oft auch Buyer Persona oder schlicht Persona genannt) verdichtet einen Ausschnitt dieser Zielgruppe zu einem konkreten, exemplarischen Menschen: mit Situation, Bedürfnissen, Problemen, Erwartungen und gegebenenfalls Einwänden. Er macht die Zielgruppe fassbar, ersetzt sie aber nicht. Innerhalb ein und derselben Zielgruppe können mehrere, teils sehr unterschiedliche Avatare stecken, wie diese zwei Beispiele zeigen:

Zielgruppe Avatar 1 Avatar 2 Avatar 3
Berufstätige in beruflicher Umorientierung Sarah, 47, Führungskraft, unzufrieden, aber sicherheitsorientiert – zweifelt gerade erst still vor sich hin Markus, 52, hat innerlich gekündigt, vergleicht aktiv Optionen wie Weiterbildung, Coaching oder Jobwechsel Julia, 39, hat sich bereits für eine Veränderung entschieden und sucht konkret einen Coach zur Umsetzung
Selbstständige Dienstleisterinnen mit eigener Website Anna, 34, frisch als Coachin gestartet, braucht ihre erste Website, kaum technisches Vorwissen Petra, 45, seit Jahren selbstständig, Website vorhanden, bringt aber kaum Anfragen, sucht eine Strukturanalyse Laura, 29, technikaffin, baut ihre Website selbst und sucht eher strategisches Feedback als technische Hilfe
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Die Antwort lässt sich in fünf Ebenen aufteilen. Jede davon betrifft einen anderen Teil deiner Website – und jede davon sieht ohne eine klare Zielgruppe fast zwangsläufig generischer aus, als sie sein müsste.

Ein erfahrenes Fachpublikum liest anders als jemand, der sich zum ersten Mal mit einem Thema beschäftigt. Ohne diese Einordnung entstehen Texte, die niemanden richtig treffen: für Einsteiger zu fachlich, für Fortgeschrittene zu oberflächlich erklärt.

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Das beeinflusst zum Beispiel, welche Inhalte in der Navigation besonders sichtbar sein sollten, ob eine FAQ-Sektion sinnvoll ist oder ob ein Erstgespräch eher niedrigschwellig oder stärker qualifizierend angelegt sein sollte.

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Das ist auch der Grund, warum dieses Thema kein künstlich konstruiertes SEO-Thema ist, sondern der eigentliche Ausgangspunkt jeder Website-Arbeit. Jemand sagt „mach die Website hübscher” oder „wir brauchen bessere Texte” – aber bevor sich Sprache, Gestaltung oder Struktur überhaupt sinnvoll beurteilen lassen, muss klar sein, für wen das alles eigentlich gedacht ist.

Ein Kundenavatar ist dafür ein guter erster Schritt. Aber er ist erst dann nützlich, wenn die Erkenntnisse daraus tatsächlich in Sprache, Gestaltung, Angebotsdarstellung und Struktur einfließen – und deine Website gleichzeitig berücksichtigt, dass derselbe Mensch mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Suchintentionen auf ihr landen kann.

Deine Zielgruppe zu kennen ist deshalb nicht das Ergebnis deiner Zielgruppenarbeit. Es ist die Grundlage dafür, Entscheidungen über deine Website überhaupt sinnvoll treffen zu können.

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